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Kurz beschrieben, lautet die Definition von Jobsharing, dass zwei Arbeitnehmer sich einen Arbeitsplatz teilen. Was nun einfach klingt, wird von einem hohen Planungsaufwand und komplexer Kommunikationsstrategie begleitet. Als eine Ausprägungsform von New Work hält das Jobsharing mittlerweile nicht nur in der Lebensplanung der Arbeitnehmer, sondern auch, als akzeptierter Trend mit vielen Vorzügen, im Unternehmen Einkehr.

Welche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Jobsharing gegeben sein sollten und was beide Seiten in der Kooperation beachten sollten, wird nachfolgend erläutert.

Was versteht man unter Jobsharing?

Jobsharing ist ein wenig komplexer als nur die formulierte Werbephrase „Zwei für Eins!“ Bei diesem Arbeitszeitmodell geht es nämlich nicht darum, eine Vollzeitarbeitsstelle in zwei Teilzeitarbeitsstellen zu teilen. Vielmehr arrangieren zwei oder mehr Arbeitnehmer einen Vollzeitarbeitsplatz mit seiner kompletten Verantwortung und klaren Aufgaben – es ist schon erkennbar, dass Organisation und Kommunikation wichtig sind, um Chaos und Unwissen zu verhindern. Dabei können die Kollegen auf Stunden- oder auch Tagesbasis arbeiten – keine Sorge, es teilen sich nicht zwei Mann einen Stuhl. Üblich haben sich Halbwochenschichten durchgesetzt, wobei auch das Arbeitsfeld Home-Office an weiteren Tagen praktiziert werden kann. Je nach Absprache und Zeiteinteilung bieten Coworking-Spaces auch hervorragende Lösungen für das Jobsharig.
 15-20 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen derzeit die Möglichkeiten von Jobsharing.

Die verschiedenen Arten von Jobsharing

Da Jobsharing lediglich ein Oberbegriff zu einer Variante des Arbeitszeitmodells ist, werden einige spezielle Formen unterschieden:

Form des JobsharingArtErklärungBeispiel/Anwendung
Job-SplittingJobsharing mit Unterteilung der AufgabenfelderEine Arbeitsstelle wird wortwörtlich unter mehreren Mitarbeitern aufgeteilt. Dabei wirken die Kollegen vollkommen unabhängig voneinander – einzelne Arbeitsverträge sind hier üblich. Ein ähnliches Aufgabenfeld wird hier durch verschiedene Arbeitnehmer zu unterschiedlichen Arbeitszeiten betreut. Beratungen und Versicherungen – angepasste Sprechzeiten, verlässlicher Kundenservice
Job-PairingJobsharing für ein komplettes AufgabengebietBei dieser Aufteilung arbeiten die Mitarbeiter als Partner an derselben Aufgabe. Die Zusammenarbeit wird als enger betrachtet und Entscheidungen miteinander getroffen. Da beide im Team den Erfolg der Aufgabe tragen, bestehen bei jedem Projekt gleiche VerantwortlichkeitenCall-Center, Firmen-Kundenservice – ermöglicht permanenten Kontakt
Top-SharingJobsharing für FührungsetagenMehrere Mitarbeiter bewältigen das Pensum einer leitenden Funktion. Ein reibungsloser Ablauf wird hierbei durch oft großen Aufwand erzielt. Es bedarf einer Klärung, ob alle Sharer die gleiche Verantwortlichkeit tragen und jeder für alle Projekte der Ansprechpartner ist oder es anders geregelt werden soll – wichtige Beschlüsse sollten im Team gefasst werden.Co-Leadership –schrittweise Integration der nächsten Geschäftsführer, das Arbeitszeitvolumen wird durch Dopplung gesteigert
Intergenerationelles JobsharingJobsharing zur Wissensübergabe (Einarbeitung)Bei dieser Variante des Jobsharings bestreiten zwei Arbeitnehmer die Teilstellen, welche mindestens zehn Jahre Altersunterschied aufweisen. In Perspektive ist dieses Modell für eine Übergabe der Fachkompetenz an die nächste Generation geeignet. Hierbei sollte eine Überschneidung realisiert sein, da die Wissensübergabe eingeplant werden soll (Profit des Jüngeren von der Erfahrung des Älteren) Arbeitsausklang – langsamer Übergang in die Rente, Einer übermittelt Wissen, Einer wächst heran
Pure JobshareJobsharing in ReinformDiese klare Form des Jobsharings legt für alle Projekte eine identische Mitwirkung fest. Die Aufgaben der Stellenausschreibung werden hierbei gemeinsam bewältigt. Bezüglich einer Praxis in diesem Modell müssen die Ärzte derselben Fachrichtung entsprechen.Kleine Betriebe mit großem Auftragsvolumen, Gemeinschaftspraxis – ermöglicht volle Auslastung und Boom des/der Unternehmens/Praxis
Hybrid Jobshare

(Split-Level-Sharing)
Jobsharing mit KompetenzsteigerungZwei Arbeitnehmer teilen sich eine Stelle und bringen unterschiedliche Kenntnisse, Erfahrungen sowie Know-how mit. Dabei ergänzen sie sich in unterschiedlichen Lagen und steigern die Effektivität und die Qualität der Dienstleistung, des Projektes oder des Produktes.Startups – um Ressourcen zu sparen und in die Entwicklung des Unternehmens zu stecken, müssen Fachkompetenz und Erfahrung gesammelt werden

Welche Vorteile erhält der Arbeitnehmer beim Jobsharing?

Jobsharing bietet Arbeitnehmern eine Vielzahl an Vorzügen, Optionen und die Möglichkeit auf neue Wege – besonders der eigenen Entwicklung entsprechend. Daher profitieren Jobsharer von folgenden Vorteilen:

  • Teilzeitarbeitsoption
  • Individuelle Zeit- und Aufgabenplanung
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Anpassung der Arbeitsintensität an persönliche Lebensumstände
  • Berufliche Unterstützung durch Jobsharing Partner
  • Individuelle Aufteilungen (50/50 selten, 30/70 oft, 60/60 mit Übergabetag)
  • Permanenter kommunikativer Austausch
  • Größere Zufriedenheit im Job (Spaß = Motivation)
  • Verantwortungsvollere Aufgaben möglich
  • Lernen vom zweiten Jobsharer
  • Erhöhte Bindung an das Unternehmen
  • Jobsharing bietet sich besonders immer dann an, wenn die Lebensumstände des Arbeitnehmers eine Vollzeitbeschäftigung nicht ermöglichen aber er dennoch die Karriereleiter weiter erklimmen möchte.

    Folgende Gründe können beispielsweise der Auslöser hierfür sein:

    Mehr Zeit für die Familie: Steht Nachwuchs im Haus bevor, dann ist Zeit eines der wichtigsten Argumente für ein Jobsharing. Den Eltern wird die Option gegeben, nicht nur familiäre Pädagogen zu sein, sondern auch weiter an ihrer Karriere arbeiten zu können. Auch wenn die Zeit fehlt, um sich um Eltern, andere Familienmitglieder oder den Partner kümmern zu können, bietet sich Jobsharing an.

    Weiterbildung: Eine Vollzeitbeschäftigung, der eigene Haushalt und wöchentliche Verpflichtungen rauben einem über die Dauer nützliche Zeit für die eigene Entwicklung. Daher bietet sich auch hier das Modell des Jobsharings an, um noch einen Abschluss zu absolvieren und weitere Qualifikationen zu erhalten.

    Freizeit: Wer das Gefühl bekommt, nur noch arbeiten zu gehen und keine Freizeit genießen zu können, ist einerseits demotiviert und andererseits ineffektiv für die zu bewältigenden Aufgaben in einem Unternehmen. Erst mit dem richtigen Ausgleich zum beruflichen Alltag schöpfen Menschen stete Kraft und das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung.

    Überlastung vermeiden: Einige Berufsbilder zeichnen sich durch enormen Stress und Zeitdruck aus. Auch stete große Verantwortung kann die Momente der Entspannung mindern. Diese benötigen Arbeitnehmer aber, um produktiv ihren Arbeiten nachzugehen.

    Info: Ein Missverhältnis der Work-Life-Balance ist der zweitwichtigste Kündigungsgrund bei Mitarbeitern.

    Profitieren Arbeitgeber vom Jobsharing?

    Nicht nur die Arbeitnehmer haben beim Jobsharing Vorteile. Auch das Unternehmen profitiert von den optimierten Rahmenbedingungen ihrer Mitarbeiter:

  • Führungs-, Stellenpositionen werden flexibler
  • Belegung einer Position mit „doppeltem Fachwissen“
  • Motivierte Mitarbeiter (mehr Energie)
  • Bessere Leistungen aufgrund hoher Arbeitsmoral
  • Steigerung der Produktivität
  • Erhöhter Kundenservice und Präsenz
  • Kein Ausfall bei Urlaub oder Krankheit
  • Erhöhtes Reaktionsvermögen auf stetig wandelbaren Arbeitsmarkt
  • Unternehmensimage verbessert sich
  • Info: Eine Ersparnis an Sozialabgaben und Steuern schafft neue Möglichkeiten der aktiven Unterstützung sowie Förderung der Mitarbeiter. Dies erhöht auch das Employer Branding – eine attraktivere Bewertung stärkt die Loyalität vorhandener Mitarbeiter und führt im Bewerberpool neue Fachkompetenzen zur eigenen Firma.

    Welche rechtlichen Vertragsformen sind abgedeckt?

    Jobsharing-Arbeitsstellen werden meist nicht offiziell ausgeschrieben. Daher ist eine Initiative vom Arbeitnehmer unerlässlich. Mit einem geeigneten Arbeitspartner ebnen Doppelbewerbungen den einfachsten Einstieg in dieses Arbeitszeitmodell. Dies funktioniert natürlich noch unkomplizierter, wenn diese Neuorientierung innerhalb des aktuellen Unternehmens realisiert werden kann. Ansonsten offenbaren Jobsharing-Plattformen im Internet mögliche Angebote. Wenn dieser Weg der beruflichen Zukunft eingeschlagen wird, sollte der Arbeitsvertrag für diese spezielle Variante der Anstellung auf folgende Punkte begutachtet werden:

  • Urlaub: Anteilmäßige Auszahlung, Regelung der Urlaubsnahme
  • Arbeitsablauf: Projektübergabe, Besprechung, Schwerpunktbeschreibung
  • Vertretung: Vertretungspflicht
  • Verantwortlichkeiten der Partner (Haftung)
  • Bezahlung: Berechnungsmodell, Zuschläge, Sondervergütungen
  • Arbeitsstunden und Arbeitsorganisation
  • Aufstiegsmöglichkeiten: Projektvergabe, Weiterbildung
  • Temporärverträge für Notsituationen
  • Arbeitsplatz: Arbeitsplatzteilung, Aufgabenverteilung
  • Tipp: Wenn ein Jobsharer kündigt, heißt dies nicht den automatischen Stellenverlust des Anderen. Der verbliebene Mitarbeiter hat die Möglichkeit, für organisatorischen sowie persönlichen Ersatz zu sorgen.

    Info: Arbeitgeber verzichten beim Jobsharing teilweise auf ihr Direktionsrecht, welches sie sich vertraglich in Form von Meetings, Arbeitszeitplan und andere Vorlagen sicherstellen.

    Für wen eignet sich Jobsharing?

    Die Entscheidung für das Jobsharing sollten Arbeitnehmer bewusst und durchdacht fällen – es könnte sein, dass es verlockend klingt, aber man gar nicht dafür geeignet ist. Dies stellt sich dann nach einem Wechsel von Voll- oder Teilzeitarbeitsstelle zu Jobsharing erst im Nachhinein heraus und könnte einen festen Arbeitsplatz kosten. Der berufliche Weg in das Arbeitszeitmodell ist jedem Arbeitnehmer frei und wird durch folgende erfüllte Voraussetzungen zum Erfolg führen:

    • Teamarbeiter

    Beim Jobsharing geht nichts ohne regelmäßige Absprachen, Informationen und deren Übergabe. Selbst als Alleinverantwortlicher für einige Projekte, umfasst die Arbeitsstelle mehr als das eigene berufliche Aufgabenfeld. Zudem fördert Kommunikation die Effizienz und das Miteinander die Effektivität.

    • Die richtige Einstellung

    Jobsharing als reine Geldeinkunftsoption zu sehen, wird die Erfolgschancen verhindern. Nur wer motiviert und von den Vorzügen überzeugt, die Projekte im Team erledigt, erhält die Möglichkeit auf berufliches Glück, Karriere, Flexibilität und letztendlich auch relevante Referenzen.

    • Kommunikationstalent

    Absprachen zwischen den Partnern sind allgegenwärtig. Bei gemeinsamen Projekten ist tägliche Kommunikation unerlässlich und verhindert Wartezeiten, Wissenslücken sowie pures Chaos. Diese Informationen gilt es ebenso zu übermitteln, wenn nur eine Person im Büro vertreten ist.

    • Organisationstalent

    Aufgaben und Abläufe während der Projekte müssen reibungslos und effizient vonstatten gehen. Terminlichkeiten und Deadlines müssen förmlich für den anderen Partner mit getroffen werden.

    • Persönlichkeit

    Die zwei Arbeitspartner müssen einfach zusammen funktionieren. Und dazu gehört auch eine gewisse Verträglichkeit der einzelnen Persönlichkeiten. Dies schließt unter keinen Umständen eine Gegensätzlichkeit aus, da aus verschiedenen Intentionskreisen sehr nützliche Einflüsse für den gesamten Erfolg herausspringen können – „Die Chemie muss einfach passen“. Ein offenes Verhältnis und die Akzeptanz von Kritik sind unerlässlich.

    • Vertrauen

    Mit der Sympathie der Persönlichkeit wächst nach und nach auch das Vertrauen – eben aus der Offenheit und der Kritikmöglichkeit. Zudem gesellt sich hierbei auch das Vertrauen bezüglich der Arbeit hinzu. In der eigenen Freizeit sollte nicht immer daran gedacht werden müssen, ob der Kollege das hinbekommt und an irgendetwas Wichtiges auch denkt.

    • Kompromissbereitschaft

    Unterschiedliche Meinungen bezüglich eines Themas sind mit viel Glück erst beim zweiten gemeinsamen Projekt an der Tagesordnung – in der Regel treffen sie ziemlich zügig aufeinander. Ein Einknicken in jeder Debatte oder ein stures Beharren auf der eigenen Meinung sind folglich nicht von Vorteil. Kompromisse bedeuten nicht die Aufgabe der eigenen Meinung, sondern die Chance auf die bestmögliche Lösung für die anstehende Aufgabe.

    • Bereitschaft zu weniger Geld

    Weniger Arbeitsstunden heißt unweigerlich weniger Lohn. Mitunter ist dies im Fall der Weiterbildungsoption auch nur vorübergehend. Über die Dauer gesehen, kann auch ein Jobsharer aufsteigen und letztendlich im Idealfall einige Etagen höher im Unternehmen mehr verdienen als die anfängliche Vollzeitstelle – abhängig von Betrieb und Einstieg.

    Welche Tipps helfen dem Unternehmen?

    Ein Unternehmen sollte sich gut überlegen, ob dem Wunsch eines kompetenten und loyalen Mitarbeiters nach Jobsharing nicht doch nachgegangen werden kann. Damit die neue Struktur reibungslos greift, sollten folgende Aspekte gegeben sein:

    • Transparente Kommunikation
    • Arbeitsteams und Vorgesetzte müssen sich direkt abstimmen können
    • Aufgabenverteilung erfolgt unter den Jobsharern (kein zusätzlicher Aufwand)
    • Kosten können in der Einzelabrechnung steigen
    • Organisationsstruktur sollte überdacht werden
    • Vorschläge der Kompetenzfelder dürfen eingefordert werden
    • Arbeitsraumnutzung als Co-Working Space

    Zusammenfassung

    Für ein erfolgreiches Jobsharing bedarf es kommunikativer Arbeiter mit Organisationstalent und einer motivierten Einstellung. Nur dann kann es mit der neu gewonnenen Flexibilität, einer Optimierung der Work-Life-Balance und somit steter Motivation klappen – dies führt wiederum zu einem Karriereaufstieg innerhalb der Firma mit verantwortungsvolleren Projekten. Und für das Unternehmen bietet sich eine klare positive Steigerung des Images und eine Bindung der Arbeitnehmer mittels Loyalität an den Betrieb. In Berücksichtigung beider Parteien und einem gepflegten, konsequenten Austausch schafft Jobsharing ein produktives Arbeitsverhältnis mit vielen Teilerfolgen.

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