Bürofläche berechnen - so geht's!

Ob als Unternehmer mit Großraum­büro oder Selbstständiger im Home-Office, eine adäquate Büro­fläche ist die Basis für konzentriertes Arbeiten.
Doch auf welche Dinge ist dabei eigentlich zu achten?
Gibt es vielleicht ein Idealmaß, was die Quadratmeterzahl angeht oder gelten spezielle Verordnungen, wie viel Platz vorhanden sein sollte? 

Welche Vorgaben bei unterschiedlichen Ansprüchen erfüllt werden müssen und wie der Unternehmer zu seinen geeigneten Büroflächen findet, erfahren Selbstständige in den folgenden Kapiteln.

Was gilt als eine Bürofläche?

Eine Bürofläche ist der Bereich, an dem primär am Schreibtisch gearbeitet wird. Dabei kann sich der Standort in reinen Bürokomplexen oder auch in gemischt betriebenen Gebäuden befinden. Die Größe einer Bürofläche bewegt sich in einer Spanne zwischen 6 m² bis hin zu 100 m² und mehr. Dies hängt mit der Nutzung, dem Grad der gewünschten Privatsphäre sowie der Möglichkeit zur Teamarbeit zusammen. In der Regel werden die separaten Büroflächen inklusive Mobiliar vermietet, während gemeinsam genutzte Büroflächen noch individuell ausgestattet werden müssen. Demzufolge zählen Arbeitszimmer im eigenen Zuhause sowie Ladenflächen, in denen ebenfalls Schreibtischarbeiten verrichtet werden, nicht in diese Definition. Zu einem Büro werden folgende Spezialareale gerechnet:

  • Konferenzräume

  • Archive

  • besetzte Rezeptionen

  • Telefon-/Poststelle

Und auch in diversen Arztpraxen lassen sich gesonderte Umgebungen als Büroflächen charakterisieren. Dies kann zum Beispiel ein Durchgangszimmer mit Empfangstresen sein oder ein separater Raum, in welchem alleine die Buchhaltung in einer Gemeinschaftspraxis oder einem Ärztehaus betrieben wird.

Welche gesetzlichen Anforderungen bestimmen eine Bürofläche?

Innerhalb Deutschlands bestehen klare Richtlinien für Büroeinheiten. Nach unterschiedlichen Kriterien wird beispielsweise die benötigte Bürofläche für eine gewisse Anzahl an Personen festgesetzt. Auch eine Liste von erforderlichen Gerätschaften ist in den Verordnungen zu finden. Folgende Gesetze und Verordnungen haben die Bürofläche, deren Nutzung und Gestaltung zum Inhalt:

Sie schreiben sie vor, welche Vorgaben erfüllt werden müssen. So sollte beispielsweise ein Arbeitsplatz über mindestens 8 m² verfügen. Jeder weitere Arbeitsplatz sollte die Gesamtfläche um mindestens 6 m² erweitern. Mit der Arbeitsstättenverordnung steht dem Büroplaner die wichtigste Sammlung an Richtlinien zur Verfügung. Hierbei wird Rücksicht auf bestimmte Personengruppen wie Nichtraucher genommen. Auch Punkte zur barrierefreien Arbeitsplatzgestaltung sind darin zu finden. Aber auch die Schwerpunkte Lautstärke, Lüftung und Beleuchtung sind in der Verordnung zu finden.

Wie berechnet man eine Bürofläche?

Generell erfolgt die Büroflächenberechnung seit 2007 per MF-G – der Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für gewerbliche Räume. Dabei setzt sich die Gesamtsumme nach der DIN 277 aus unterschiedlichen Komponenten der gemeinschaftlich sowie exklusiv genutzten und der nicht als Mietfläche geltenden Bürofläche zusammen. Zu letzterer gehören folgende Areale:

  • Aufzugsschachtgrundflächen

  • Treppen (-läufe)

  • Rampen

  • Balkone

  • Hinweis: Gesonderte Flächen wie Schaufenster oder ein Parkplatz werden in diese Berechnung nicht mit einbezogen, sondern extra berechnet.

Folgendes Beispiel soll einen Überblick über die Berechnung einer Mindestfläche bieten:

  • ein Arbeitsplatz mit mindestens 8 m²

  • Freifläche von mindestens 1,5 m²

  • Platz für Rollcontainer/Schrank von mindestens 1,5 m²

  • Stellfläche für zusätzliche Ausstattung von mindestens 2 m²

Es ergibt sich somit eine angemessene Bürofläche für eine Person von etwa 13m². Zusätzlich fließen folgende Aspekte in die Berechnung ein:

  • Gruppenbüros mit circa 6 m² mehr pro Person (ideal für 5 Personen: 50 m²)

  • Erweiterungsoption für mögliche Expansionen in der Zukunft

  • Aufenthalts-/Pausenraum

  • eventuell separater Konferenzraum

  • Platz für getrennte Bereiche, etwa für Lese- und Schreibarbeiten

  • Raumhöhe von 2,50 m für optimale Zirkulation der Raumluft (Fenster ideal)

  • zusätzlicher freier Raum für ein entspanntes Arbeitsklima

Wie sehen die speziellen Richtwerte für ein Büro aus?

Büroeinheiten gibt es in zahlreicher Ausführung mit verschiedenen Kenngrößen. Servicepakete, Verpflegung, gemeinnützige Räume und auch Zusatzangebote bestimmen folgend die Auswahl der richtigen Bürofläche. Auch die Ausstattung kann mittels diverser Angebote und eigener Wünsche realisiert werden. So ergeben sich diese Bürotypen:

Büroart
Personen
Raumgröße
Raumhöhe
Bewegungs
-fläche
Breite und
Tiefe
Flex-Arbeitsplatz
1 – 2
8 – 20 m²
2,50 m
mindestens 1,5 m² pro Arbeitsplatz
mindestens 1 m pro Bildschirmarbeitsplatz
Büroraum
2 – 5
20 – 50 m²
2,50 m
mindestens 1,5 m² pro Arbeitsplatz
mindestens 1 m pro Bildschirmarbeitsplatz
Bürofläche nach Maß
5 – 25
50 – 250 m²
2,75 m – 3,00 m
mindestens 1,5 m² pro Arbeitsplatz
mindestens 1 m pro Bildschirmarbeitsplatz
Großraumbüro
25 – 100
ab 250 m²
3,00 m – 3,25 m
mindestens 1,5 m² pro Arbeitsplatz
mindestens 1 m pro Bildschirmarbeitsplatz

Worauf achte ich bei der Büroplanung?

Während der täglichen Arbeit im Büro, entstehen mitunter negative Einflüsse, welche die Produktivität und die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen können. Diese gilt es, weitgehend zu eliminieren. Da in den meisten Büros mit modernster Technik gearbeitet wird, hat sich die Geräuschkulisse in den letzten Jahren um einiges verbessert. Aufgrund der vielen Gerätschaften sollte der Raum über mehr als nur die vorgeschriebene Mindestgröße verfügen. Sollte das Büro an eine Fertigungshalle oder Produktionsstätte angrenzen, sollte zusätzlich eine Schallisolierung vorhanden sein. Zudem ist auf ein optimales Raumklima zu achten. Dies ist meist mit einem vorhandenen Fenster getan oder einer Luftzirkulationsanlage im Gebäude.

Weitere Faktoren, die bei der Büroplanung wichtig sind:

  • Organisation von Fluchtwegen

  • Erschaffung eines optimalen Raumvolumens

  • Maßnahmen gegen Brandvorfälle

  • Schutz vor Absturz

  • optische Sicherheitsleitsysteme

  • Sanitärräume

  • Erste-Hilfe-Räume

Bezüglich der Bürofläche gibt es einige Richtlinien und Vorschriften zu beachten. So lässt sich nachhaltig die Produktionseffektivität, das effiziente Arbeiten am Arbeitsplatz sowie spürbar die Motivation der Mitarbeiter steigern. Die Planung einer Bürofläche sollte außerdem folgende Aspekte vorsehen:

  • Pausenraum ab zehn Mitarbeitern (mindestens 6 m² mit Tisch und Sitzgelegenheit)

  • durchsichtige Türen in Augenhöhe kennzeichnen

  • Gänge zum Heizkörper oder dem Fenster müssen 0,5 m breit sein

  • Zugangswege zum Arbeitsplatz mindestens 0,6 m breit

  • Raumtemperatur von 21-26 Grad Celsius

  • relative Luftfeuchtigkeit im Rahmen von 40-60 Prozent

  • Lärmgrenzwert für Büroarbeit 55 dB (Arbeiten mit hoher Konzentration 35 – 45 dB)

  • Hinweis: Beim Kauf von Bürogeräten sollte auf die Angabe der Geräuschemissionswerte geachtet werden. Moderne IT-Geräte produzieren nahezu keinen Lärm, während bei älteren Modellen die Geräuschemission bis zu 30 dB betragen kann.
  • Gruppenbüros mit circa 6 m² mehr pro Person (ideal für 5 Personen: 50 m²)

  • Erweiterungsoption für mögliche Expansionen in der Zukunft

  • Aufenthalts-/Pausenraum

  • eventuell separater Konferenzraum

  • Platz für getrennte Bereiche, etwa für Lese- und Schreibarbeiten

  • Raumhöhe von 2,50 m für optimale Zirkulation der Raumluft (Fenster ideal)

  • zusätzlicher freier Raum für ein entspanntes Arbeitsklima

Für Verkehrs- und Fluchtwege gelten besonders detaillierte Anforderungen. Diese sind entsprechend der arbeitenden Personenanzahl festgelegt:

  • bis 5 Personen 0,875 m

  • bis 20 Personen 1 m

  • bis 200 Personen 1,20 m bis 300 Personen 1,80 m

  • bis 300 Personen 1,80 m

  • Tipp: Beim Kauf von Bürogeräten sollte auf die Angabe der Geräuschemissionswerte geachtet werden. Moderne IT-Geräte produzieren nahezu keinen Lärm, während bei älteren Modellen die Geräuschemission bis zu 30 dB betragen kann.

Wie charakterisiert sich eine gute Büroplanung?

Eine Büroplanung basiert auf einem durchdachten Bürokonzept. Diverse Branchen und unterschiedliche Anforderungen bedingen separate Rahmenbedingungen und ein geeignetes Umfeld. Auch benötigte Büro-Technik und Kommunikationswege sollte in der Büroplanung bedacht werden. Neben der Anzahl der Arbeitsplätze, Rückzugszonen und eventuell Lagerbereiche ist auch die Inneneinrichtung wichtig – das Interieur, die Raumausstattung sowie -wirkung sind für ein kreatives und leistungsstarkes Arbeitsumfeld nicht zu unterschätzen.

Was trägt zum Wohlfühlfaktor im Büro bei?

Neben der Anzahl der Arbeits­plätze, Rückzugs­zonen und eventuell Lager­bereiche ist auch die Innen­einrichtung wichtig – das Interieur, die Raum­aus­stattung sowie -wirkung sind für ein kreatives und leistungsstarkes Arbeits­umfeld nicht zu unterschätzen.

Bei der Arbeit ergeben sich immer wieder Situationen, in denen ein wenig Privatsphäre gut tut. Bei wichtigen Telefonaten mit dem Kunden, bei persönlichen Kontakten vor Ort oder einfach nur zum fokussierten Arbeiten sind die eigenen vier Wände sehr förderlich. Und mit den richtigen Accessoires lässt sich der Wohlfühlfaktor im kleinen sowie großen Raum weiterhin steigern:

  • Zimmerpflanzen aufstellen

  • ein Regal mit persönlichen Sachen montieren

  • individuelle Motivationsgegenstände auf dem Schreibtisch (Glücksbringer, Familienfoto etc.)

  • Meilensteine, Auszeichnungen an der Wand befestigen (Urkunden, Zertifikate etc.)

  • Seitenbüros aus Glas (lichtdurchflutet und isoliert)

  • angenehme Farbgestaltung (auch abwechslungsreiche Areale)

  • optimale Beleuchtung für individuelle Arbeitsrahmenbedingungen

Aber auch in einem Großraumbüro lässt es sich angenehm arbeiten. Zum einen verfügen die Beschäftigten im Vergleich zu einem Zellenbüro meist über einige Quadratmeter mehr pro Arbeitsplatz, andererseits ermöglichen Stellwände die von vielen Arbeitenden gewünschte Privatsphäre – alternativ bieten sich für persönliche Arbeitsgespräche und relevante Telefonate oft kleine Räumlichkeiten am Rand des Bürogangs an. Und auch die Büroorganisation spielt hinsichtlich des Wohlfühlfaktors eine wichtige Rolle.

  • Tipp: Eine Positionierung der Tische im Winkel von 90 Grad zum Fenster beschert Helligkeit, aber kein Blenden am Arbeitsplatz.

Weitere innovative Büroideen, wie die Zufriedenheit von Mitarbeitern gesteigert werden kann, findet Du hier.

Büro kaufen oder mieten – was kostet das?

Gerade für Startups oder Einzelunternehmer kann die Überlegung, Büro kaufen oder doch mieten, wichtig sein. Die Miete für ein Büro kann zu Beginn der beruflichen Karriere einen erheblich Betrag der zur Verfügung stehenden Summe beanspruchen – und dies monatlich, stetig. Aus diesem Grund sollte der Unternehmer die Entscheidung treffen, ob es sich eher lohnt, ein Büro zu mieten oder zu kaufen. Nähere Informationen befinden sich im Artikel über die Kostenaufschlüsselung eines Büros.

Shared offices vs. Coworking – was ist für wen geeignet?

Sowohl Shared Offices als auch Coworking Spaces sind Alternativen, um die Kosten für die Bürofläche gering zu halten.
Ein Shared Office, also ein geteiltes Büro, ist eine Bürofläche, die sich mehrere Unternehmen teilen. Dies gilt dann natürlich auch für die Kosten, die etwa für Internet, Meetingraum oder die eventuell vorhandener Küche anfallen.

Im Vergleich zu Coworking Spaces bieten Shared offices den entscheidenden Vorteil, dass Sie zwar mit anderen Geschäftsleuten oder Firmen in Kontakt kommen, aber dennoch mehr Privatsphäre bieten. Eine optimale Zwischenform, die quasi eine Mischung aus Coworking Space und eigenem Büro darstellt. Sie eignen sich vor allem für Startups, Berater, Teams aus verschiedenen Branchen oder auch Agenturen.

Ein Coworking Space lohnt sich vor allem für kleine Firmen bis zu fünf Personen oder generell allein tätigen Freiberuflern. Für einen individuellen Zeitraum nutzt der Unternehmer, Kreative oder Berater den flexiblen Arbeitsplatz, während er den Rest seiner Arbeitswoche vor Ort, beim Kunden oder in anderen Projekten agiert – dies kann tage- beziehungsweise wochenweise oder gar monatlich erfolgen und bewahrt die Flexibilität der Freiberufler. Der Pluspunkt ist die Zusammenkunft verschiedener Branchen und damit auch Fachkompetenzen. So entsteht eine gute Basis zur Kommunikation.

Im Vergleich zu Coworking Spaces bieten Shared offices den entscheidenden Vorteil, dass Sie zwar mit anderen Geschäftsleuten oder Firmen in Kontakt kommen, aber dennoch mehr Privatsphäre bieten. Eine optimale Zwischenform, die quasi eine Mischung aus Coworking Space und eigenem Büro darstellt. Sie eignen sich vor allem für Startups, Berater, Teams aus verschiedenen Branchen oder auch Agenturen.

Ein Coworking Space lohnt sich vor allem für kleine Firmen bis zu fünf Personen oder generell allein tätigen Freiberuflern. Für einen individuellen Zeitraum nutzt der Unternehmer, Kreative oder Berater den flexiblen Arbeitsplatz, während er den Rest seiner Arbeitswoche vor Ort, beim Kunden oder in anderen Projekten agiert – dies kann tage- beziehungsweise wochenweise oder gar monatlich erfolgen und bewahrt die Flexibilität der Freiberufler. Der Pluspunkt ist die Zusammenkunft verschiedener Branchen und damit auch Fachkompetenzen. So entsteht eine gute Basis zur Kommunikation.

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