Ein gutes Arbeitsumfeld macht produktiver und bringt dich mit anderen Menschen zusammen. Deshalb arbeiten immer mehr Selbstständige, Gründer:innen und Teams im Coworking Space statt im Homeoffice oder im eigenen Büro. Doch das Modell passt nicht für jede Situation. Hier erfährst du, für wen sich Coworking lohnt, welche Nachteile du kennen solltest und ab wann ein eigenes Büro die bessere Wahl ist. Die Grundlagen – was ein Coworking Space ist und welche Tarife es gibt – findest du im Ratgeber Was ist Coworking?.
Für wen lohnt sich Coworking?
Freelancer:innen und Solo-Selbstständige: Du bekommst einen professionellen Arbeitsplatz, Kontakte und eine klare Trennung von Arbeit und Privatleben, ohne dich langfristig zu binden.
Gründer:innen und Start-ups: Das Team kann wachsen oder schrumpfen, ohne dass du einen Mietvertrag über Jahre unterschreibst. Die Ausstattung ist schon vorhanden.
Remote-Mitarbeitende: Wer für ein Unternehmen ohne Standort vor Ort arbeitet, findet im Coworking Space einen ruhigeren Platz als am Küchentisch.
Projektteams großer Unternehmen: Für ein Projekt von einigen Monaten ist ein Teambüro im Coworking Space schneller verfügbar als eine eigene Fläche.
Pendler:innen und hybride Teams: Ein Platz in Wohnortnähe spart an Homeoffice-Tagen den Weg in die Zentrale.
Die Vorteile eines Coworking Space
Vorteil | Was er für dich bedeutet |
|---|---|
Flexible Laufzeiten | Oft monatlich kündbar, kein Gewerbemietvertrag über Jahre |
Keine Investitionen | Möbel, WLAN, Drucker und Küche sind vorhanden |
Planbare Kosten | Nebenkosten, Reinigung und Internet sind meist im Preis |
Kontakte, Aufträge und Kooperationen mit anderen Mitgliedern | |
Professionelles Umfeld | Meetingräume und Empfang für Kundentermine |
Struktur | Klare Trennung von Arbeit und Zuhause |
Viele Coworking Spaces sind bewusst offen gestaltet und setzen auf flache Hierarchien und Austausch. Wer allein arbeitet, gewinnt dadurch ein Team auf Zeit.
Die Nachteile von Coworking
Lautstärke: In offenen Flächen wird telefoniert und gesprochen. Für konzentriertes Arbeiten brauchst du Kopfhörer, Telefonboxen oder einen ruhigen Raum.
Weniger Privatsphäre: Am Flex Desk sitzt du jeden Tag woanders und kannst nichts liegen lassen. Vertrauliche Unterlagen und Gespräche sind schwieriger.
Knappe Meetingräume: Zu Stoßzeiten sind Besprechungsräume oft ausgebucht.
Kosten pro Kopf: Je größer das Team, desto teurer wird Coworking im Vergleich zu einem eigenen Raum.
Wenig eigene Identität: Du kannst die Räume kaum nach deinem Unternehmen gestalten.
Rechenbeispiel: Coworking oder eigener Büroraum?
Auf shareDnC kostet ein Schreibtischplatz im Median 280 € netto im Monat, ein eigener, abschließbarer Büroraum mit rund 22 m² im Median 800 € (Inserate seit 2023, Stand 26.09.2026). In einen Raum dieser Größe passen nach den Arbeitsstätten-Regeln zwei bis drei Arbeitsplätze. Damit ergibt sich folgender Vergleich:
Teamgröße | Schreibtischplätze | Eigener Büroraum |
|---|---|---|
1 Person | 280 € | 800 € |
2 Personen | 560 € | 800 € |
3 Personen | 840 € | 800 € |
4 Personen | 1.120 € | 800 € bis 1.600 € (ein oder zwei Räume) |
Ab drei Personen ist der eigene Raum im Median günstiger. Die Schwelle hängt von der Stadt ab: In Köln kostet ein Büroraum im Median 750 €, drei Schreibtische kosten 870 €. In Berlin liegt der Büroraum bei 1.190 € und damit bei gut vier Schreibtischplätzen. Alle Städte findest du in der Auswertung Büro- und Coworking-Preise 2026.
Günstiger als im Coworking Space ist ein eigener Raum oft bei Unternehmen, die freie Flächen untervermieten. Diese Form heißt Shared Office: Du teilst dir Küche und Meetingraum mit dem Team des Hauptmieters.
Coworking als Alternative zum Homeoffice
Das Homeoffice ist günstig, aber nicht für jeden ideal: Es fehlen Kolleg:innen, ein ergonomischer Arbeitsplatz und die Trennung vom Privatleben. Ein Coworking-Platz an zwei oder drei Tagen pro Woche kann eine gute Mischung sein. Viele Spaces bieten dafür Tarife mit einer festen Zahl an Tagen oder Tagespässe an.
Ab wann lohnt sich ein eigenes Büro?
Ein eigenes Büro oder ein Büro auf Zeit lohnt sich, wenn
dein Team aus drei oder mehr Personen besteht, die regelmäßig vor Ort arbeiten,
ihr vertraulich arbeitet oder viel telefoniert,
ihr die Räume nach eurem Unternehmen gestalten wollt, etwa mit einem eigenen Bürokonzept,
ihr regelmäßig eigene Besprechungsräume braucht.
In vielen Städten sind Büroflächen knapp und teuer, wie der Ratgeber zur Büroknappheit zeigt. Ein Zwischenweg ist ein eigener Raum in einer Bürogemeinschaft oder bei einem Untervermieter: abschließbar, aber mit flexibler Laufzeit.
Checkliste: Lohnt sich Coworking für mich?
Arbeitest du allein oder in einem Team mit höchstens zwei Personen?
Bist du nicht jeden Tag im Büro?
Brauchst du den Platz eher für Monate als für Jahre?
Willst du nichts in Möbel und Technik investieren?
Suchst du Kontakt zu anderen Selbstständigen und Unternehmen?
Kannst du mit einer gewissen Geräuschkulisse arbeiten?
Wenn du die meisten Fragen mit Ja beantwortest, ist Coworking für dich wahrscheinlich die richtige Wahl. Teste einen Space am besten mit einem Probetag, bevor du einen Monatstarif abschließt.

Fazit
Coworking ist ideal für alle, die flexibel bleiben, wenig investieren und nicht allein arbeiten wollen. Mit wachsendem Team wird der eigene Raum wirtschaftlicher. Die gute Nachricht: Du kannst jederzeit wechseln, denn Coworking-Verträge sind meist kurz. Freie Plätze findest du auf shareDnC in vielen Städten.
Coworking-Platz oder eigenes Büro finden
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