Mehr als nur ein geteiltes Büro: Was ist Coworking eigentlich?

Das Zeitalter der Digitalisierung bringt auch Veränderungen unserer Arbeits­welten mit sich – und zwar im positiven Sinne. Denn Dank des mobilen Internets, moderner Konferenz­lösungen und neuer technologischer Ent­wicklungen ist orts­unabhängiges und flexibles Arbeiten in vielen Berufssparten möglich.

Wer sich mit den neuen Arbeitswelten beschäftigt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon mal über den Begriff des „Coworking“ gestoßen. Wir klären in diesem Blogartikel, was Coworking eigentlich ist, für wen es sich eignet und wie sich der Trend über die Jahre entwickelt hat. 

Mehr als nur ein geteiltes Büro: Was ist Coworking eigentlich?

Wir klären in diesem Blogartikel, was Coworking eigentlich ist, für wen es sich eignet und wie sich der Trend über die Jahre entwickelt hat. Und wenn du dich außerdem gefragt hast, was Coworking durchschnittlich kostet und wer die Zielgruppe ist, dann bist du bei diesem Artikel genau richtig.

Inhalt:

Die Definition von Coworking

Frei übersetzt bedeutet Coworking im Grunde nichts weiter als „zusammen arbeiten“. Die ursprünglich im Silicon Valley entstandene Arbeitsform bezeichnet einen zeitlich flexiblen Arbeitsplatz, den sich mehrere Menschen teilen. Kennzeichnend für Coworking sind große offene Räume. Als Gebäudearten eignen sich daher besonders große Büroräume, ganze Etagen, Lofts, ehemalige Fabrikhallen und Großraumbüros.

Anders als bei einem Business Center sind Coworking Spaces „sozialer“. Auch mit Jellies, einer früheren Form der Coworking Spaces, haben die heutigen Communities wenig gemeinsam. Denn bei den Jellies traf man sich nur temporär an festgelegten Tagen zu einem „working event“ – entweder bei den Teilnehmer:innen zu Hause, im Büro oder in einem ausgewählten Café. Gleiches gilt auch für FabLabs und Hackerspaces, in denen sich Interessierte lediglich über neue Technologien austauschten.

Die ersten Coworking-Büros, auch Coworking-Spaces genannt, entstanden Anfang der 2000-Jahrer in Kalifornien (USA), aber auch in Europa werden die Gemeinschaftsbüros immer populärer. Insbesondere in Großstädten wie Barcelona, Berlin oder München schießen Coworking Spaces wie Pilze aus dem Boden.

Allein in Berlin sind inzwischen mehr als 170 Coworking Spaces zu finden. In letzter Zeit gesellen sich jedoch auch Angebote im ländlichen Raum oder in touristischen Regionen hinzu. Letztere sind eine beliebte Anlaufstelle für digitale Nomaden, also Menschen, die Arbeiten und Reisen miteinander verbinden und keinen festen Wohnsitz haben.

Grundsätzlich kann man beim Coworking von einem weltweiten Trend sprechen. Während im Jahr 2007 weltweit gerade mal 14 Coworking Spaces existierten, waren es neun Jahre später bereits 11.000 Gemeinschaftsbüros. Ein Wachstum, das nicht aufzuhalten scheint. Denn für das Jahr 2020 werden sogar mehr als 26.000 solch gemeinsam genutzter Arbeitsräume vorhergesagt. Das ist allerdings auch kein Wunder, schließlich steigt auch die Zahl der Freiberufler:innen kontinuierlich an. Ergo gibt es auch mehr Coworking Spaces.

Ein Coworking Space ist eine Art Großraumbüro. Allerdings arbeiten hier nicht die Mitarbeiter:innen eines einzelnen Unternehmens zusammen, sondern es treffen völlig unterschiedliche Menschen aufeinander, die eine Gemeinschaft bilden. Diese Menschen arbeiten frei voneinander im selben Raum, allerdings kann ein produktiver Austausch untereinander stattfinden.

Kennzeichnend sind dabei die folgenden fünf Werte: Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit. Die ökonomische Nutzung von Ressourcen wie beispielsweise Papier hilft der Gemeinschaft Kosten zu sparen. Eine flexible Vergrößerung und Verkleinerung des Teams ist zudem jederzeit möglich, da es in der Regel keine langen Kündigungsfristen in Coworking Spaces gibt.

Nachteile des neuen Bürotrends können hingegen die Lärmkulisse im Großraumbüro oder der begrenzte Platz vor Ort sein. Auch bei der vorhandenen Infrastruktur kann man leicht an seine Grenzen stoßen, beispielsweise wenn der Meetingraum, den man benötigt, gerade nicht verfügbar ist. 

Was kostet Coworking im Schnitt?

Pauschal lässt sich sagen, dass ein Arbeitsplatz in München teurer ist als einer in Köln. Auf dem Land oder in einem Vorort wiederum sind die Preise für Coworking günstiger als in der Großstadt. Beispiel: Im Idea Kitchen in München kostet ein Fix Desk etwa 210 Euro im Monat, während ein Flex Desk mit 170 Euro monatlich zu Buche schlägt.

Wer ein Tagesticket mit freier Platzwahl im Idea Kitchen in München wählt, muss mit 20 Euro rechnen. Vergleichsweise günstig ist der Startplatz in Köln. Hier bezahlen Coworker 99 Euro im Monat für flexiblen Arbeitsplatz; ein Tagesticket kostet 15 Euro.

Einen guten Überblick findest du übrigens auf unserer Plattform shareDnC. Wir bieten dir eine große Auswahl an bezahlbaren Coworking Spaces in vielen Städten und Regionen Deutschlands. Im Angebot haben wir neben den großen Coworking-Ketten, auch viele kleinere Coworking Spaces und Business Center.

Infrastruktur und Ausstattung

Offene Bereiche wechseln sich im Coworking Space mit abgetrennten Bereichen ab, so dass man bei gemeinsamen Projekten miteinander, oder wenn man sich mehr konzentrieren muss, auch alleine arbeiten kann. Ausgestattet sind die einzelnen Arbeitsplätze meistens mit einem Schreibtisch, Stuhl, Rollcontainer, Büroschrank, Regal, Flipcharts und Whiteboards.
Auch die notwendige
Infrastruktur zum Arbeiten ist in der Regel vorhanden. Neben kostenlosem WLAN, Drucker, Scanner, Fax, Telefon und Beamer bekommen Coworker:innen zusätzlich noch ein persönliches Netzwerk frei Haus geliefert. Das ist auch einer der größten Vorteile der Coworking Spaces: Der Austausch mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufssparten und Branchen.

Berufssparten und Branchen

Die Zielgruppe von Coworking Spaces ist bunt gemischt. Hier finden sich sämtliche Berufsgruppen wie Freiberufler:innen, Kreative, kleine Startups, digitale Nomaden, Selbstständige, Angestellte in bestimmten Projekten, Designer:innen, Berater:innen und Gründer:innen. Aber auch etablierte Unternehmen entdecken das Konzept des Coworking immer mehr für sich. Sie entsenden Angestellte in bestimmten Projekten in Coworking Spaces, die den temporären Ortswechsel dazu nutzen sollen, um intensiv an kreativen und neuen Ideen zu feilen.

Die Zielgruppe von Coworking Spaces ist bunt gemischt.

Gemeinsame Veranstaltungen und Events

Durch die bunte Mischung der Coworker:innen ist die Arbeitsumgebung in einem Coworking Space sozusagen ein Nährboden für neue Ideen und Geschäftsmodelle. Die hier gewonnenen Kontakte können das eigene Business voranbringen oder zu neuen Aufträgen führen. 
Hinzu kommen gemeinsame Veranstaltungen, die das Wir-Gefühl der Community stärken sollen. Aber auch Fortbildungen kommen in der Gemeinschaft nicht zu kurz: Regelmäßige Events wie beispielsweise Netzwerkveranstaltungen, Mentoring-Programme, Vorträge zum Lernen und Workshops sorgen dafür, dass das eigene Potenzial nachhaltig gefördert wird.

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Flexibel Mieten so lange man will

Flexible Mieten machen Coworking Spaces besonders für junge Unternehmen und Startups äußerst attraktiv und bieten ihnen dadurch eine risikolose Alternative zum eigenen Büro. Die darin befindlichen Arbeitsplätze lassen sich tage-, wochen- oder monatsweise mieten, manchmal sogar auch stundenweise – je nachdem wie lange sie tatsächlich benötigt werden. Lediglich die eigenen Arbeitsmaterialien muss man mitbringen, alles andere befindet sich bereits vor Ort.

Neben dem gemieteten Arbeitsplatz gibt es außerdem gemeinsam genutzte Flächen für den Austausch untereinander oder mit Geschäftspartnern. Dazu zählen beispielsweise: Küche, Besprechungsraum, Lounge-Area, Meetingräume, Seminarräume, Cafés und Dachterrassen.

Selbstverständlich darf man natürlich den (meistens) guten Kaffee im Coworking Space nicht vergessen. Auch er gehört zum Coworking dazu – als Wachmacher und auch für den Plausch zwischendurch. Erfrischungsgetränke, Kaffee, Snacks und Obst sind übrigens häufig schon im Mietpreis inkludiert.

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, bieten viele Coworking Spaces häufig auch eine Tischtennisplatte oder einen Kicker an. Einige Räumlichkeiten verfügen zudem über eine Kinderbetreuung und sind behindertengerecht ausgestattet.

Fix Desk vs. Flex Desk

Ein Fix Desk ist ein eigener Schreibtisch, der häufig mit einem abschließbaren Container ausgestattet ist. Alternativ steht den Nutzer:innen eine anteilige Schranknutzung zur Verfügung. Dieser fest gemietete Arbeitsplatz wird ständig für seine:n Besitzer:in freigehalten und kann nicht von anderen Coworker:innen in Anspruch genommen werden.

Natürlich darf auch beim Coworking der Kaffee nicht zu kurz kommen

Oft sind die Fix Desks in einem eigenen, ruhigeren Raum untergebracht. Wer einen Fix Desk mietet, bekommt in der Regel auch einen 24/7-Zugang, das heißt, er:sie kann jederzeit im Coworking Space arbeiten und ist nicht an dessen Öffnungszeiten gebunden.

Anders sieht es beim Flex Desk aus, denn hier hat man keinen Anspruch auf einen bestimmten Schreibtisch, sondern kann sich einen beliebigen Arbeitsplatz aussuchen. Der Nachteil: Es kann sein, dass zu Stoßzeiten kein Schreibtisch mehr frei ist. Neben der tageweisen Vermietung von Schreibtischen, bieten immer mehr Coworking Spaces inzwischen auch abschließbare Büros an.

Fazit

Coworking spart nicht nur Kosten, sondern ist auch ein idealer Ort zum Networking. Besonders für junge Unternehmen und Startups sind Coworking Spaces durch ihre flexiblen Mieten sehr attraktiv. Die Beliebtheit von Coworking sieht man zudem am starken Wachstum der Coworking Spaces in den letzten Jahren. Alle Vorteile findest du auch nochmal unten auf einem Blick. Viele gute Gründe also, warum das gemeinsame Office auch in Zukunft sehr gefragt sein wird.

Alle Vorteile von Coworking auf einem Blick

  • Coworking bietet zeitlich flexible Arbeitsplätze

  • Keine langen Kündigungsfristen oder feste Mietverträge

  • Mieten kann man die Arbeitsplätze stunden-, tage-, wochen- oder monatsweise

  • Vor allem Startups nutzen Coworking Spaces aus Kostengründen

  • Flexible Vergrößerung und Verkleinerung des Teams möglich

  • Ökonomische Nutzung von Ressourcen und dadurch finanziell günstiger

  • Coworking ist für Menschen jeden Alters geeignet

  • Branchenvielfalt: Marketing, Design, IT, Programmierung, Text und PR

  • Die komplette Infrastruktur zum Arbeiten ist bereits vorhanden

  • Geballtes Wissen wird durch Networking, Events und Workshops geteilt

  • Gemeinsam genutzte Flächen stärken das Wir-Gefühl in der Community

  • Neue Kooperationspartner:innen und Aufträge können gewonnen werden

 

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