Die Büroarbeitsplätze haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher hatte jede Person ihren festen Schreibtisch im eigenen Raum, heute arbeiten viele Teams hybrid, wechseln zwischen Einzelarbeit und Projekten und brauchen andere Flächen als noch vor zehn Jahren. Welches Bürokonzept zu deinem Unternehmen passt, hängt von Arbeitsweise, Teamgröße und Budget ab. Hier findest du die wichtigsten Konzepte im Vergleich.
Welche Bürokonzepte gibt es?
Bürokonzept | Aufbau | Richtwert Fläche je Arbeitsplatz | Geeignet für |
|---|---|---|---|
Zellenbüro | Einzel- oder Zweierräume entlang eines Flurs | 8 bis 10 m² | Konzentrierte, vertrauliche Arbeit |
Gruppenbüro | Räume für etwa 3 bis 25 Personen | 8 bis 12 m² | Teams mit viel Abstimmung |
Großraumbüro | Offene Fläche für viele Arbeitsplätze | 12 bis 15 m² | Große Teams, Vertrieb, Service |
Kombibüro | Kleine Einzelräume plus gemeinsame Mittelzone | 10 bis 14 m² | Wechsel zwischen Fokus und Teamarbeit |
Reversibles Büro | Flexible Grundrisse, die umgebaut werden können | je nach Nutzung | Wachsende oder sich ändernde Teams |
Desk Sharing / non-territorial | Keine festen Plätze, Pool für alle | weniger Plätze als Personen | Hybride Teams |
Die Flächenwerte für Zellenbüro und Großraumbüro stammen aus der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2 und schließen Möblierung und anteilige Verkehrsflächen ein. Die übrigen Werte sind Erfahrungswerte. Wie du den Gesamtbedarf berechnest, zeigt der Ratgeber Bürofläche berechnen.
Das Zellenbüro
Das klassische Einzel- oder Zweierbüro bietet Ruhe und Vertraulichkeit. Es eignet sich für Tätigkeiten mit hoher Konzentration und vielen Telefonaten, etwa in Kanzleien oder Beratungen. Nachteile sind der hohe Flächenbedarf und die geringe Kommunikation zwischen den Räumen.
Das Gruppenbüro
Mehrere Personen eines Teams teilen sich einen Raum. Kurze Wege erleichtern die Abstimmung, gleichzeitig bleibt der Raum überschaubar. Wichtig sind gute Akustik und klare Regeln für Telefonate.
Das Großraumbüro
Große offene Flächen bieten Platz für viele Arbeitsplätze, sind flächeneffizient und fördern Austausch. Ohne Rückzugsräume und Akustikmaßnahmen leiden aber Konzentration und Zufriedenheit. Moderne Großraumbüros gliedern die Fläche deshalb in Zonen, etwa mit Regalen, Pflanzen und Telefonboxen.
Das Kombibüro
Das Kombibüro verbindet kleine Einzelräume mit einer gemeinsamen Zone für Besprechungen, Ablage und Pausen. Es gilt als guter Kompromiss zwischen Konzentration und Kommunikation, braucht aber mehr Fläche als ein reines Großraumbüro.
Das reversible Büro
Beim reversiblen Büro sind Grundriss, Wände und Technik so geplant, dass die Fläche mit wenig Aufwand von einem Konzept in ein anderes umgebaut werden kann, etwa vom Zellen- zum Kombibüro. Das lohnt sich bei langen Mietverträgen und Unternehmen, die sich stark verändern.
Desk Sharing und non-territoriale Arbeitsplätze
Bei non-territorialen Konzepten hat niemand einen festen Schreibtisch. Die Beschäftigten wählen jeden Tag einen Platz aus einem Pool. Weil in hybriden Teams selten alle gleichzeitig im Büro sind, reichen oft 60 bis 80 Plätze pro 100 Mitarbeitende. Alles zu Sharing-Quote, Regeln und Mitbestimmung erklärt der Ratgeber Desk Sharing.
Activity Based Working
Activity Based Working geht einen Schritt weiter: Statt Arbeitsplätzen gibt es Zonen für bestimmte Tätigkeiten – Fokusräume, Projektflächen, Telefonboxen, Lounges und Meetingräume. Die Beschäftigten wechseln je nach Aufgabe den Ort.
Was bedeutet New Work für Bürokonzepte?
New Work steht für mehr Selbstbestimmung, Flexibilität und Sinn in der Arbeit. Für das Büro heißt das: weniger Einheitsschreibtische, mehr Auswahl. Das Büro wird zum Ort für Zusammenarbeit, Lernen und Begegnung, während konzentrierte Einzelarbeit oft zu Hause stattfindet.
So fühlt sich dein Team im Büro wohl
Ein gutes Bürokonzept ist mehr als ein Grundriss. Diese Faktoren machen den Unterschied:
Licht und Luft: Tageslicht, blendfreie Beleuchtung, regelmäßiges Lüften, angenehme Temperatur.
Akustik: Teppiche, Akustikpaneele und Telefonboxen reduzieren Lärm in offenen Flächen.
Ergonomie: Höhenverstellbare Tische und gute Stühle, siehe Büroeinrichtung.
Pflanzen und Farben: Grün und ruhige Farben wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
Treffpunkte: Eine gemütliche Küche oder Lounge fördert informellen Austausch.
Kleine Extras: Guter Kaffee, frisches Obst oder ein Fahrradstellplatz sind für viele Beschäftigte ein spürbarer Unterschied.
Arbeitsschutz: die Technischen Regeln für Arbeitsstätten
Jedes Bürokonzept muss die Arbeitsstättenverordnung und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) erfüllen. Wichtig sind vor allem die ASR A1.2 für Raumgrößen und Bewegungsflächen – mindestens 8 m² für den ersten und 6 m² für jeden weiteren Arbeitsplatz –, die ASR A3.4 für Beleuchtung, die ASR A3.5 für die Raumtemperatur und die ASR A3.7 für Lärm. Bei offenen Konzepten solltest du besonders auf Akustik und Fluchtwege achten.
Die Vorteile von Coworking
Kein eigenes Büro, aber der Wunsch nach einem modernen Arbeitsumfeld? Dann ist ein Coworking Space eine Alternative. Dort findest du viele moderne Konzepte fertig umgesetzt: offene Flächen, Fokusräume, Telefonboxen und Lounges. Welche Menschen dort arbeiten, beschreibt der Beitrag über die typischen Coworking-Typen.
Welches Bürokonzept passt zu dir?
Situation | Passendes Konzept |
|---|---|
Viel Einzelarbeit, vertrauliche Gespräche | Zellenbüro oder Kombibüro |
Kleines Team mit viel Abstimmung | Gruppenbüro |
Hybrides Team, selten alle gleichzeitig da | Desk Sharing oder Activity Based Working |
Schnelles Wachstum, unklare Zukunft | Reversibles Büro oder flexibles Büro zur Untermiete |
Wenig Budget, kein eigenes Büro | Coworking Space oder Bürogemeinschaft |
Hast du durch ein neues Bürokonzept Fläche übrig, kannst du freie Räume oder Arbeitsplätze untervermieten.